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Impressionen aus Auggen

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Willkommen im Markgräflerland

Informationen zur gebietsfremden Ameisenart „Tapinoma magnum“

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

vielleicht haben Sie in letzter Zeit ungewöhnlich breite und dicht belaufene Ameisenstraßen in Ihrem Garten oder in der Nachbarschaft bemerkt. Die invasive Ameisenart Tapinoma magnum (Große Drüsenameise) breitet sich derzeit in vielen Teilen Südwestdeutschlands – und damit auch in unserer Region – zunehmend aus.

Da diese sehr widerstandsfähige Art heimische Insekten verdrängt und durch ihre massiven, tiefen Neststrukturen teilweise auch Schäden an gepflasterten Wegen oder in Gärten verursachen kann, möchten wir Sie frühzeitig sensibilisieren.

Um eine unkontrollierte Ausbreitung in unserer Gemeinde einzudämmen, sind wir auf Ihre Aufmerksamkeit und Mithilfe angewiesen. Auf dieser Seite haben wir für Sie als reine Hilfestellung zur Selbsthilfe die wichtigsten Fakten zusammengefasst. Erfahren Sie hier:

  • wie Sie die Tapinoma magnum von heimischen Arten unterscheiden,
  • welche einfachen Alltagsmaßnahmen helfen, eine Ausbreitung zu vermeiden,
  • und welche Bekämpfungsverfahren auf Privatgrundstücken wirksam (oder sogar gefährlich) sind.

Informieren Sie sich hier und helfen Sie mit, unsere Natur und Grundstücke bestmöglich zu schützen.

Tapinoma magnum, deutlich erkennbar sind die einheitlich schwarze Färbung und Größenunterschiede der Arbeiterinnen. A) Mehrere Arbeiterinnen an einem Agavendicksaft-Tropfen, ein besonders kleines und großes Individuum sind mit je einem Pfeil markiert B) Größenunterschiede der Arbeiterinnen auf weißem Papier. © A. Höcherl.

Wie erkennt man die "Große Drüsenameise"?

Die Tapinoma magnum lässt sich durch einige spezifische Merkmale recht gut von unseren heimischen Ameisenarten unterscheiden.

  • Ein sehr markantes Erkennungszeichen ist ihr Geruch: Wenn die Tiere zerdrückt werden, verströmen sie einen chemisch-süßlichen Duft, der stark an Aceton oder Nagellackentferner erinnert.
  • Auch bei der Körpergröße gibt es Besonderheiten: Während heimische Ameisen auf einer Straße in der Regel einheitlich groß sind, variiert die Länge der Arbeiterinnen bei der Großen Drüsenameise deutlich zwischen 2,5 und 3,5 Millimetern.
  • Ein weiteres klares Indiz ist das Laufverhalten. Anstelle der typischen, eher schmalen und einspurigen Pfade, die wir von der heimischen Schwarzen Wegameise kennen, bewegt sich diese invasive Art in der Regel in großen Massen auf breiten, mehrspurigen „Ameisen-Autobahnen“.
  • Sollten Sie ein Nest in der Erde freilegen, fällt zudem auf, dass sich die Art aus weiß-transparenten Nacktpuppen ohne schützenden Kokon entwickelt. Bereits in diesem Stadium lassen sich Einzelheiten wie die Beine der Insekten deutlich erkennen

Einfache Alltagsmaßnahmen zur Vermeidung der Ausbreitung

Jeder Einzelne kann durch aufmerksames Handeln im eigenen Garten dazu beitragen, die Verschleppung und unkontrollierte Ausbreitung der Großen Drüsenameise zu bremsen. Beachten Sie dazu folgende einfache Grundregeln:

  • Augen auf bei Pflanzen: Kleine Ameisennester gelangen häufig über Pflanztöpfe in neue Gärten. Kontrollieren Sie daher neu erworbene Pflanzen vor dem Einsetzen gründlich, indem Sie den Wurzelballen aus dem Topf nehmen und genau untersuchen. Verschenken Sie außerdem keine Topfpflanzen oder Erdaushübe aus Ihrem eigenen Garten, um ein unbeabsichtigtes Weiterreichen der Insekten zu verhindern.
  • Grundstücksränder pflegen: Entfernen Sie regelmäßig Laub und Wildwuchs an Ihren Weges- und Grundstücksrändern. Eine übersichtliche Umgebung hilft enorm dabei, entstehende Ameisenstraßen und Nester frühzeitig zu entdecken und im Blick zu behalten.
  • Nahrungsquellen entziehen: Vermeiden Sie es unbedingt, zuckerhaltige oder stark proteinreiche Lebensmittelabfälle offen auf dem Gartenkompost zu entsorgen. So entziehen Sie den Insekten eine ihrer wichtigsten Nahrungsgrundlagen.
  • Sicherer Umgang mit Grünschnitt: Da diese Ameisenart sehr gerne in Wurzeln nistet, müssen anfallender Grünschnitt und Wurzelballen vor dem Entsorgen auf einen möglichen Befall kontrolliert werden. Entsorgen Sie Ihre Gartenabfälle niemals illegal in der Natur, sondern nutzen Sie ausschließlich die dafür vorgesehenen und zugelassenen Annahmestellen. Ein guter Tipp: Erledigen Sie größere Rückschnitte am besten in den Wintermonaten von Dezember bis Februar, wenn die Ameisen aufgrund der Kälte inaktiv sind.

Bekämpfung auf Privatgrundstücken: Was hilft und was gefährlich ist

Sollte sich die Tapinoma magnum auf Ihrem Grundstück angesiedelt haben, ist schnelles, aber vor allem überlegtes Handeln wichtig. Da diese Art äußerst widerstandsfähig ist und ihre Nester tief ins Erdreich baut, ist eine vollständige Tilgung schwierig. Einige Methoden haben sich als unterstützend erwiesen, während von anderen dringend abgeraten wird:

  • Heißwasser (Wirksam zur Eindämmung): Bei gut zugänglichen, oberflächennahen Nestern kann der Einsatz von kochendem Wasser helfen, die Anzahl der Ameisen spürbar zu reduzieren. Beachten Sie hierbei jedoch unbedingt Ihr Umfeld, da umliegende Pflanzen durch das heiße Wasser Schaden nehmen können.
  • Kieselgur (Wirksam in trockenen Bereichen): Hierbei handelt es sich um ein natürliches Pulver aus fossilen Kieselalgen. Es wirkt rein physikalisch, indem es den Insekten die Feuchtigkeit entzieht und sie austrocknet. Da Kieselgur seine Wirkung nur entfalten kann, wenn es absolut trocken ausgebracht wird, empfiehlt sich diese Methode besonders für Innenräume, Terrassen und überdachte Bereiche.
  • Hausmittel (Nur bedingt wirksam): Ein selbstgemachtes Gemisch aus Natron und Puderzucker (im Verhältnis 1:1) wirkt als effektive Köderfalle für die an der Oberfläche aktiven Arbeiterinnen. Der entscheidende Nachteil ist jedoch, dass Sie damit nicht die tiefsitzenden Königinnen im Nest erreichen. Ein weiteres Hausmittel ist Essigwasser (1:1), mit dem sich die Pheromonspur der Tiere zumindest zeitweise stören lässt.
  • Pestizide und chemische Gifte (Nicht empfohlen): Die Erfahrung zeigt, dass handelsübliche Ameisengifte in der Praxis meist keine oder nur eine sehr geringe Wirksamkeit gegen diese spezielle Ameisenart haben. Zudem belasten chemische Mittel die Umwelt stark und können bei falscher Anwendung gesundheitsschädlich wirken. Von einem eigenständigen Einsatz rät die Gemeinde daher ab. Sollten Sie chemische Mittel dennoch in Erwägung ziehen, beauftragen Sie hierfür zwingend eine professionelle Schädlingsbekämpfungsfirma.

Wichtige Warnung zum Abflammen: Lebensgefährlich und wirkungslos! Wir raten dringend und ausdrücklich vom Einsatz von Abflammgeräten ab! Da die tiefen Neststrukturen der Großen Drüsenameise auf diese Weise ohnehin nicht beseitigt werden können, ist der Einsatz nutzlos. Gleichzeitig entsteht durch das Abflammen jedoch eine erhebliche, unkalkulierbare Brandgefahr für trockene Hecken, Zäune und angrenzende Gebäude.